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Heuernte (oder Die Heuernte)
Julien Dupré
18 Mar 1851 – 16 Kwi 1910
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| Auf Julien Duprés Leinwand entfaltet sich eine Szene, die der Künstler aus nächster Nähe kannte — nicht als Tourist, der das Landleben von außen betrachtet, sondern als Beobachter, der seine Kindheit zwischen den Feldern der Normandie verbracht hatte. ”Heuernte” hält einen Moment im Herzen des Sommers fest, wenn die Luft vom Duft des trocknenden Grases schwer wird und die Arbeit der Heuernte einen beinahe musikalischen Rhythmus annimmt. Die Gestalten der Frauen und Männer, bei der Arbeit gebeugt oder sich für einen kurzen Augenblick der Ruhe aufrichtend, sind mit solcher Kraft und Monumentalität gemalt, dass sie eher an Helden antiker Friese erinnern als an einfache Landarbeiter. Das Licht ist in diesem Bild fast ein zweiter Hauptakteur — warm, dicht und voller Juliwärme legt es sich auf die Heuhaufen und auf die schweißfeuchten Schultern der Mäher, modelliert jede Stofffalte und jedes Strohbündel mit impressionistischer Freiheit des Pinsels. Obwohl Dupré formal der Tradition des Realismus und der Schule von Barbizon verbunden war, vermochte er seine bäuerlichen Szenen mit einer Energie und Bewegung zu erfüllen, die man bei seinen Vorgängern, Millet oder Breton, vergeblich sucht. Hier gibt es keine sentimentale Idylle: Es gibt körperliche Anstrengung, gespannte Muskeln, das Gewicht von Rechen und Heugabeln — und zugleich eine außergewöhnliche Würde, die der Künstler diesen alltäglichen Gesten verleiht. Duprés ”Heuernte” ist eine Hommage an die Arbeit des Bauern, aber auch an die Flüchtigkeit eines Sommertages — eines Tages, der bald zu Ende gehen wird und den der Künstler doch für immer auf der Leinwand festgehalten hat. Was dieses Bild so lebendig macht, ist die Spannung zwischen Bewegung und Stillstand — zwischen einer Arbeit, die seit Generationen fortbesteht, und einem einzigen, endgültig eingefangenen Augenblick. Dupré war einer der letzten großen Maler des französischen ländlichen Realismus, dem es gelang, die schwere Arbeit der Bauern ohne Verfälschung, aber auch ohne Bitterkeit zu zeigen — mit einem Respekt, der beinahe einer Bejahung gleichkommt. Beim Betrachten dieses Bildes fällt es schwer, nicht das Gewicht der Heugabel in den Händen zu spüren und zugleich die Ruhe, die der Rhythmus einer mit den Jahreszeiten abgestimmten Arbeit mit sich bringt. Es ist ein Bild, das weniger eine Geschichte erzählt, als dazu einlädt, sie körperlich zu erfahren. Bemerkenswert ist auch ein verborgenes patriotisches Detail, das die Pariser Kritik und das Publikum jener Zeit elektrisierte: Die Kleidung der Hauptfigur — die leuchtend rote Schürze beziehungsweise der rote Rock, die weiße Bluse sowie die blaue Schürze und das blaue Kopftuch — greift unmittelbar die Farben der französischen Nationalflagge auf. Zudem erzielte das Gemälde in seiner Epoche einen spektakulären Erfolg, festigte Duprés Stellung als einer der bedeutendsten Chronisten des französischen Landlebens und ebnete ihm den Weg zur späteren Goldmedaille auf der Pariser Weltausstellung sowie zum prestigeträchtigen Orden der Ehrenlegion. |
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DETAILS Titel: Heuernte (oder Die Heuernte) Originaltitel: Fenaison (of La Récolte des foins) Künstler: Julien Dupré Entstehungszeit: ok. 1880-1900 Entstehungsort: Frankreich / San Germano (Włochy) Typ : Gemälde Technik: Öl auf Leinwand Genre: Malarstwo rodzajowe, scena wiejska Stilrichtung: Realismus / Naturalismus Form: Malerei |
Julien Dupré - Die Heumäher von San Germano
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