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Mittsommertanz
Anders Zorn
18 Lut 1860 – 22 Sie 1920
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| Anders Zorns Werk ist eine mitreißende Studie menschlicher Nähe, in der die dramatische Mitte vom hypnotischen Rhythmus wirbelnder Paare bestimmt wird, festgehalten im Höhepunkt eines traditionellen schwedischen Festes. Im Vordergrund zieht ein von hinten gesehenes Paar den Blick auf sich, verbunden in einer dynamischen Drehung: eine Frau in der traditionellen Tracht Dalarnas mit der charakteristischen weißen Haube und ihr Tanzpartner. Um sie herum kreist eine Gruppe von Figuren; ihre Blicke schweifen, verloren in der Ekstase des Tanzes oder einander zugewandt. Der eigentliche Mittelpunkt ist hier kein einzelnes Requisit, sondern der Moment selbst: ein reines, beinahe ursprüngliches Sich-Verlieren im Rhythmus der traditionellen Polka, in dem verschränkte Hände und wirbelnde Röcke zum Sinnbild ungebändigter Lebenskraft werden. Der Bildraum wird von den monumentalen, rauen Wänden einer Holzhütte und dem charakteristischen, in Falunrot gestrichenen Haus im Hintergrund geprägt, wodurch die Szene fest in der schwedischen Provinz verankert wird. Ein zentrales symbolisches Element, das sich vor dem heller werdenden Himmel abzeichnet, ist der mit einer Fahne und Querarmen geschmückte Maibaum, der midsommarstång — ein uraltes Zeichen der Fruchtbarkeit und der Sommersonnenwende. Die Stimmung des Werkes wird vollständig durch das meisterhaft eingefangene Licht der skandinavischen weißen Nacht geformt. Die Grenze zwischen Tag und Dämmerung verschwimmt in kühlen, silbrig-blauen Himmelsnuancen, die mit den warmen, erdigen Brauntönen der Holzbalken und dem satten Grün des Grases kontrastieren. Dieses Lichtspiel erzeugt die Atmosphäre eines melancholischen Triumphs des Lebens, schwebend im zeitlosen Glanz der Polarnachtsonne. Die Dynamik der wirbelnden Kleider und Tücher wird durch kühne, beinahe abstrakte Farbschlieren wiedergegeben, die aus der Nähe chaotisch wirken können, sich aus angemessener Distanz jedoch zu einer vollkommenen Illusion von Schwung und vibrierender Luft fügen. Obwohl der Künstler hier seine berühmte, radikal reduzierte Farbpalette verwendete — die sogenannte Zorn-Palette, die auf nur vier Pigmenten beruht: gelbem Ocker, Zinnober, Elfenbeinschwarz und Weiß —, gelang es ihm, daraus eine erstaunliche Vielfalt an Tönen und Nuancen hervorzubringen. Das Werk ist eine Hommage an die Traditionen der Heimatprovinz des Künstlers, Dalarna, und an ihre farbenreiche Volkskultur. Zorn malt nicht nur eine Genreszene; er hält den Geist von Gemeinschaft, Verbundenheit und dem ewigen Rhythmus der Jahreszeiten fest. Deshalb bleibt Midsommardans eines der bekanntesten Gemälde der schwedischen Kunst und ein Symbol nationaler Identität. Es ist nicht nur die Dokumentation eines Volksbrauchs, sondern vor allem ein universeller Triumph von Vitalität und Licht über die Dunkelheit. Es ist hervorzuheben, dass Mittsommertanz nicht nur eine nostalgische Vorstellung ist, sondern ein sehr persönliches künstlerisches Manifest eines Malers, der viele Jahre durch die Welt reiste, bevor er schließlich in sein heimatliches Mora zurückkehrte. Zorn war von der Volkskultur Dalarnas fasziniert und engagierte sich aktiv für die Bewahrung lokaler Traditionen, darunter Geigenmusik und Tanz, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts zu verschwinden begannen. Dieses Gemälde, direkt im Freien nach nächtlichen Beobachtungen authentischer Feste gemalt, wurde zu einem der bedeutendsten und ikonischsten Werke in der Geschichte der schwedischen Kunst und feiert nationale Identität frei von akademischem Pathos. Eine faszinierende historische Besonderheit ist, dass der Anstoß zu diesem herausragenden Werk vom schwedischen Prinzen Eugen kam, der bei einem gemeinsamen Besuch mit Zorn in Dalarna im Jahr 1896 vom spontanen Tanz der örtlichen Jugend begeistert war und den Künstler dazu ermutigte, die Szene festzuhalten. Zorn begann im folgenden Jahr, im Juni 1897, mit der Arbeit, kurz nachdem er persönlich einen neuen, eindrucksvollen Mittsommermast für die Bewohner des Dorfes Morkarlby finanziert und beim Aufstellen geholfen hatte. Um den besonderen, flüchtigen Glanz der skandinavischen Sonnenwende ideal einzufangen, arbeitete der Maler ausschließlich im Freien, spät abends und nachts, zwischen Mitternacht und vier Uhr morgens. Obwohl das Original von 1897 heute zum Stolz des Nationalmuseums in Stockholm gehört, beeindruckte die Komposition die damalige Kritik und Sammlerschaft so sehr, dass Zorn 1903 auf Sonderauftrag eines amerikanischen Magnaten eine zweite, etwas kleinere Fassung schuf — ein Umstand, der private Sammler auf der ganzen Welt bis heute fasziniert. |
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DETAILS Titel: Mittsommertanz Originaltitel: Midsommardans Künstler: Anders Zorn Entstehungszeit: 1897 Entstehungsort: Mora, Dalarna, Szwecja Typ : Gemälde Technik: Öl auf Leinwand Genre: Genrebild Stilrichtung: Realismus / Impressionismus Form: Malerei |
Anders Zorn - Mittsommertanz
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